Von Papeln und Plaques – Meine Rosazea-Entzündungen am Kinn haben einen Namen

Man lernt offenbar auch als interessierter und langjähriger “Gesundheitsportal-Leser” nie aus. Ich hatte immer schon nach einer Bezeichnung für meine am Kinnbereich häufig auftretenden Entzündungen gesucht, die nicht einzeln, sondern gleich großflächig in Scharen auftauchen. Als Eigenkreation sozusagen hatte ich aus der Not heraus bislang immer von “Knotenteppichen” gesprochen, die sich wieder mal am Kinn bilden. Dass diese Knoten, die nicht mit gewöhnlichen Pickeln zu vergleichen sind (nein, sie sind viel hartnäckiger und lassen sich nicht ausdrücken!), offiziell “Papeln” heißen, war mir schon nicht klar, völlig neu war mir aber erst recht der Begriff “Plaques”, den ich bis dato nur aus der Welt der Zahnpflege kannte. Wikipedia spricht bei diesen Plaques konkret von “herdförmig zusammenfließenden Papeln”. Aha!

Und wo ich gerade schon bei diesen für Rosazea offenbar typischen Entzündungsherden bin: ich habe bislang keine Erkenntnis darüber gewonnen, woher und warum diese “Plaques” auftreten. Fakt ist, dass es bei mir immer wieder Phasen gibt, in denen ich völlig frei davon bin, im Moment behandel ich allerdings wieder seit Wochen eine dieser Plaques am Mundwinkel. Leider habe ich auch immer noch kein Allheilmittel zur äußeren Behandlung dieser schweren und sehr unangenehmen Entzündungen gefunden. Ich schmiere einfach gnadenlos viel Duac Akne Gel und Skinoren Gel drauf und hoffe, das ganze Konstrukt so gut wie möglich damit einzudämmen. Über einen heißen Salben-Tipp zur Behandlung der Papeln würde ich mich echt freuen!

Ein frohes Fest wünsche ich meinen paar Lesern und allen Rosazea-Leidensgenossen! Genießt den Festtagsbraten, aber lasst den Rotwein weg ;)

Entwicklung von roten Äderchen im Gesicht bei Rosazea (Couperose)

Liebe Leidensgenossen, ich möchte mal wieder ein kurzes Statement zu meinem persönlichen Krankheitsverlauf abgeben, speziell was die Rosazea angeht.

Es ist mittlerweile 3,5 Jahre her, dass ich die Diagnose Rosazea erhalten habe, die Krankheit selbst schlummert natürlich schon viel länger in mir. Seit der Diagnosestellung habe ich meine Haut, insbesondere das Gesicht, natürlich genauestens beobachtet. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich das Hautbild dabei nicht dramatisch verschlechtert. Die Haut wird zwar nicht besser, eine wirkliche Verschlechterung lässt sich aber auch nicht wirklich feststellen – also Hoffnung für alle, die gerade erst mit der Diagnose umzugehen versuchen. Die extremen Entzündungen im Gesicht haben sogar abgenommen, ich kann mich kaum noch an die letzte größere Knotenbildung erinnern. Grund hierfür ist sicherlich meine Lieblingssalbe Skinoren Gel 15%, die ich wirklich jeden Abend vor dem Zubettgehen auftrage, um Entzündungen vorzubeugen.

Die einzige kleine Negativveränderung ist die vermehrte Bildung von sichtbaren Äderchen im Gesicht, speziell rund um die Nase sowie im Kinnbereich, wo es allerdings kaum auffällt. Diese Couperose ist wohl Folge meines Lebensstils, da ich trotz der Rosazea Erkrankung nicht auf Alkohol/Bier (natürlich in Maßen) und Kaffee (Koffein) verzichte. Ich weiß aber auch nicht sicher, ob Alkohol und Koffein wirklich die entscheidenden Triggerfaktoren für die Äderchenbildung sind, vielleicht ließe sich diese Hautveränderung auch mit einem völlig gesunden Lebensstil nicht aufhalten. Solange sich die Rötungen gut abdecken lassen, mache ich mir erst mal keine Sorgen.

Trotz Rosazea in den Skiurlaub

Auf Wunsch meiner Freundin und ihren monatelangen Überredungsversuchen habe ich mich im Januar diesen Jahres das erste Mal auf Skier gestellt und eine Woche in den (zugegebenermaßen wunderschönen) Bergen Tirols verbracht. Wo andere Menschen sich vor dem ersten Skiurlaub eher Sorgen um ihre Knochen und Gelenke machen und hoffen, alles ohne Krankenhausaufenthalt zu überstehen, kreisten meine Gedanken in den Wochen vor dem Skiurlaub natürlich mal wieder nur um meine Gesichtshaut. Wer Rosazea hat der weiß, dass extreme Kälte mindestens genauso schlecht für die Haut bzw. Blutgefäße ist, wie Hitze. Und dass man auch hoch oben auf den Berggipfeln trotz Minusgraden mitunter sehr viel Sonne abkriegen kann, ist auch allgemein bekannt. So stand ich vor dem Urlaub also gleich vor zwei Problemen: Kälte + Sonne.

Auch wenn das Wellness-Hotel (man muss sich nach dem Skifahren ja auch mal entspannen) bereits gebucht war, bin ich mal wieder zu meinem Hautarzt getingelt, um mir den einwöchigen Ausflug in die Berge quasi absegnen zu lassen. Und grundsätzlich hatte der Hautarzt auch keine großen Bedenken, ich sollte es auf mich zukommen lassen und die Haut besonders gut gegen Sonne schützen. Also bekam ich eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ aufgebrummt, die ich dann im Urlaub auch jeden morgen fleißig auf dem Gesicht verteilte.

Das Ende vom Lied: Während und nach dem Winterurlaub waren keine Veränderungen an meiner Haut festzustellen, weder zum Negativen noch zum Positiven. Mit ausreichendem Sonnenschutz lässt sich ein Skiurlaub also auch mit Rosazea und Seborrhoischem Ekzem verbringen… und genießen. Achtet aber auf die richtige Sonnencreme! Nicht komedogen sollte jedem klar sein, und dann noch möglichst wenig Fettanteil, am besten ein Fluid.

Seborrhoisches Ekzem und Ernährung

Ich möchte heute mal ein paar Worte zur Ernährung beim Seborrhoischen Ekzem loswerden, bzw. berichten, in wie weit sich eine radikale Ernährungsumstellung positiv auf das Hautbild ausgewirkt hat.

Auch wenn die Schulmedizin und unsere lieben Hautärzte davon nichts wissen wollen, ist es nicht nur ein Mythos, dass sich eine zuckerfreie Ernährung sehr positiv auf das Seborrhoische Ekzem auswirkt.

Ich lebe heute ganz normal mit dem Seborrhoischen Ekzem im Gesicht und in der Schweißrinne, weil es mich nicht mehr stört. Somit ernähre ich mich heute auch wie jeder andere Mensch, allerdings hatte ich mich damals, als ich die Diagnose erhielt, zu einer radikalen Diät entschlosse, um den Pilz von Innen zu bekämpfen. Ich hatte im Internet davon gelesen, dass sich dieser Hefepilz, der die Schuppung und Hautrötung offenbar verursacht, von Zucker ernährt. Eine Ernährung ohne Zucker und ohne Weizenmehl sollte wahre Wunder bewirken. Ich ernährte mich also ein halbes Jahr lang radikal ohne Zucker und Weizenmehl und stellte meinen Essensplan voll auf Fisch und Gemüse um. In meiner Küche gab es kein Obst, keine Säfte, kein Brot, keine normalen Nudeln (wegen Weizenmehl) und natürlich keine Süßigkeiten mehr. Die Säfte und das Obst mussten weichen, da auch Fruchtzucker ein Zucker ist, auch wenn diese Lebensmittel eigentlich als sehr gesund gelten. Aber okay, Vitamine und andere Stoffe holte ich zur Genüge aus dem vielen Gemüse, insbesondere Kartoffelprodukte, Auberginen und Brokkoli.

Die Ernährungsumstellung fiel mir damals aufgrund meiner Aussichtslosigkeit und Hilflosigkeit angesichts der Diagnose Seborrhoisches Ekzem und Rosazea nicht schwer. Ich musste ja überhaupt nicht hungern, habe täglich lecker Fleisch, Fisch und wunderbare Beilagen zu mir genommen. Das einzige Problem war nurder Verzicht auf einige Getränke. Im Endeffekt habe ich nur noch Wasser und Kaffee (schwarz) getrunken, viel anderes blieb wegen dem Zuckerverzicht gar nicht übrig. All diese Einschnitte machten sich aber bereits nach wenigen Wochen bezahlt, ich hatte im Gesicht und auf der Brust ungelogen nicht einen einzigen Schuppen mehr, keine roten Punkte und kaum noch Pickel. Ein eigentlich glücklicher Nebeneffekt blieb natürlich nicht aus: ich nahm so schnell ab, dass man fast dabei zuschauen konnte. Da ich aber vor der Diät schon nicht sonderlich dick war, war diese Gewichtsabnahme schlussendlich auch der Grund, warum ich mich wieder zu einer normalen Ernährungsweise mit Zucker und Weizenmehl entschieden habe. Ich sah mit meinen 65 statt 80 kg Körpergewicht irgendwann nur noch krank aus, so dass es mir die Sache nicht mehr Wert war.

Eine Empfehlung für diese Ernährungsumstellung möchte ich allen SE Betroffenen daher nicht unbedingt geben. Ich wollte mit meinem kleinen Bericht auch eigentlich nur kundtun, dass dieses Hautproblem durchaus mit der Ernährung zusammenhängt, auch wenn mir das trotz der offensichtlichen Erfolge kein Hautarzt so ganz bestätigen wollte.

Schlimme Entzündungen am Kinn

Der Anlass für einen Hautarztbesuch war damals eigentlich nur eine nicht mehr abheilen wollende Entzündung am Kinn bzw. im Kinnbereich, ungefähr unter den beiden Mundwinkeln. Dort hatten sich wirklich schmerzhafte Knoten gebildet, die sich immer weiter ausbreiteten und zu einem riesen großen roten Entzündungsherd “fusionierten”. Da ich diese extreme Entzündung – die ich trotz Akne bis dahin noch nie in diesem Ausmaß erlebt hatte – nicht mehr weg bekam, musste Antibiotika her. Der Arzt verschrieb mir dabei gleich auch noch eine Salbe, die sich noch als sehr wirksam und wichtig herausstellen sollte: Duac Akne Gel.

Die Entzündungen bekam ich aber bis zum anstehenden Schützenfest trotzdem nicht rechtzeitig weg, zum Glück hatte ich mir aber in den Wochen zuvor bereits einen Vollbart wachsen lassen, um den Blick ein wenig von den Entzündungen zu lenken. Männer, wenn Ihr mal euer Gesicht vor lauter Pickeln nicht mehr seht, dann lasst euch so einen Vollbart wachsen. Es macht optisch echt mal was her, wenn man bis dato immer glattrasiert war und lenkt echt wunderbar von den Makeln ab.

Nach oder schon während der Schützenfestzeit sind die Entzündungen dann allmählich abgeklungen. Dass ich bis heute, einige Jahre später, nie mehr eine solch schlimme Ausbreitung von Knoten und Pusteln hatte ist wohl der oben erwähnten Salbe zu verdanken. Diese hilft nämlich nicht nur wunderbar, um bestehende Pickel zu behandeln, sondern hemmt bereits deren Ausbreitung bzw. Wachstum. Immer wenn ich merke oder spüre, dass da eine Pustel im Anmarsch ist, schmiere ich mir etwas von der Salbe drauf, um der Entzündung zuvorzukommen.

Diagnose erst im zweiten Anlauf

Nach meiner Selbstdiagnose habe ich so schnell wie möglich meinen damaligen langjährigen Hautarzt mit meinem Verdacht an Rosazea erkrankt zu sein konfrontiert. Obwohl eigentlich alles dafür sprach, sagte er auf meine Frage, ob ich Rosazea habe, zu mir, dass ich wohl eher von einem Auto überfahren werden, als an Rosazea zu erkranken. Gegen meine üblen Pusteln im Gesicht verschrieb er mir wie immer bloß ein ziemlich aggressives Aknespiritus mit Alkohol und einigen anderen Inhaltsstoffen. Dieses Mittel hatte ich über viele Jahre gegen meine Akne eingesetzt, was im Nachhinein vielleicht ein Fehler war. Manchmal denke ich darüber nach, ob dieser Aknespiritus nicht vielleicht sogar der oder ein Auslöser für die Rosazea war.

Als ich die Arztpraxis verlies war ich erstmal erleichtert, hatte ich doch so sehr gehofft, dass es bei mir dann doch keine Rosazea ist. Aber kaum zu Hause angekommen, kamen mir Zweifel auf. Was ist, wenn der Arzt sich getäuscht hat? Der Gedanke liess mir keine Ruhe und so suchte ich mir gleich einen weiteren Hautarzt in meiner Nähe, von dem ich mir eine zweite Meinung einholen konnte. Bei diesem jungen Hautarzt liess ich mir in mein blühendes rotes Gesicht sehen und wartete ab, welche Diagnose er für mich parat hatte. Die Antwort war bei ihm dann leider nicht nach meinem Geschmack: “Seborrhoisches Ekzem und vielleicht auch etwas Rosazea”.

Rosazea Selbstdiagnose per Internet

Bevor bei mir Rosazea von einem Hautarzt sozusagen offiziell diagnostiziert wurde, habe ich wahrscheinlich schon jahrelang völlig unbewusst mit dieser Hautkrankheit gelebt. Wann sich die Rosazea das erste Mal bei mir entwickelt hat kann ich also gar nicht genau sagen. Über rote Stellen im Gesicht habe ich mich zwar regelmäßig gewundert und auch geärgert, mit einer Erkrankung habe ich dies aber nie in Verbindung gebracht. Erst als sich bei mir die ersten üblen und rosazeatypischen Knoten im Kinnbereich bildeten und ich diese mit meinen herkömmlichen Aknemitteln nicht behandelt bekam, schrillten bei mir die Alarmglocken.

Ich suchte im Internet nach Kombinationen wie “Gesicht rot Pickel” und stolperte relativ schnell über genaue Krankheitsbeschreibungen zur Rosazea, so zum Beispiel auch über den Rosazea-Artikel bei Wikipedia, von dem ich jeden, der dort nicht eh schon gewesen ist, nur abraten kann! Zumindest damals sprang einem erst einmal ein furchtbar abschreckendes Bild eines älteren Herrn mit ausgeprägter Rosazea in die Augen. Abschreckend deshalb, weil die extreme Knollennase dieses Herrn nicht zu übersehen war. Sicherlich habt auch ihr schon einmal solche Bilder gesehen und welcher erster Gedanke kommt dabei natürlich immer sofort auf: Hoffentlich sehe ich nicht auch bald so aus!

Dass ich unter Rosazea leide wusste ich zu diesem Zeitpunkt damals noch nicht, aber der Verdacht und die ANGST waren sofort da, denn die beschriebenen Symptome passten einfach wie die Faust aufs Auge. Viele Weitere Rosazea Artikel verstärkten nicht nur meinen Verdacht, sondern auch die Angst vor dieser Krankheit. Weitere Fotos von schlimmen Knollennasen haben mich geradezu gelähmt und kaum noch schlafen lassen. Ich kann daher allen, die an sich rosazeatypische Symptome erkennen oder bei denen bereits Rosazea diagnostiziert wurde, nur raten, sich in keinem Falle Bilder von Rosazea-Patienten anzuschauen! Die dort zu sehenden Horrornasen machen nichts weiter als Angst. Es sind Fotos von Patienten, die viel zu spät dran waren, die wesentlich älter sind als ihr und die wahrscheinlich jahrzehntelang keinen Hautarzt besucht haben, weil sie die Veränderung ihrer Nase einfach so hingenommen haben ohne darüber nachzudenken, dass es die Folge einer Erkrankung ist. Ihr aber steht ganz am Anfang und seid euch über eure Erkrankung bewusst, sonst wärt ihr wohl nicht hier in meinem Blog gelandet. Und dieses Bewusstsein ist das allerwichtigste. Denn mit Hilfe von Hautärzten und Arzneimitteln lässt sich auch bei Rosazea wirklich sehr viel erreichen.

Im Internet gibt es übrigens (wenn auch wenige) Foren, in denen man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann. Für mich war dies gerade am Anfang der Erkrankung bzw. Diagnose sehr hilfreich. Denn reden wollte ich über dieses Thema erstmal mit niemandem.

Willkommen

Hallo liebe Leser meines Blogs!

Ich habe mir vorgenommen, hier in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder über meinen Alltag mit der unheilbaren Hauterkrankung Rosazea und dem Seborrhoischen Ekzem zu berichten. Allen Leidgeplagten, die mit einem dieser Hautprobleme zu kämpfen haben (oder so wie ich gleich mit beiden) möchte ich auf diesen Seiten ein paar Ratschläge und Tipps, aber auch Hoffnung mit auf den Weg geben. Besonders die, die vielleicht erst vor kurzem die Diagnose Rosazea bekommen haben und noch etwas verunsichert sind, können hier möglicherweise noch den ein oder anderen Rat gebrauchen.

Ich berichte in diesem Blog immer nur von meinen ganz persönlichen Erfahrungen, die ich in meiner bisherigen Zeit mit der Rosazea und dem Seborrhoischen Ekzem gesammelt habe. Wissenschaftliche Artikel zum Verlauf dieser Krankheiten, den unterschiedlichen Schwerergraden, den Therapiemöglichkeiten usw. gibt es bereits zu Genüge auf diversen Gesundheitsportalen.